Eine kleine, fast wahre Geschichte!

 

Mein Name ist Valerie, aber alle sagen Veggie zu mir,

ich bin das Kind von Piraten, meine Eltern sind Asphaltpiraten!

Ich lerne viel von meinen Eltern, den selbsternannten Outlaws der Stadt.

Ich lerne, dass grüne Matten die man auf Beton aufrollt Wiesen sein sollen. Ich lerne, dass Autos schlecht und Fahrräder gut sind! „Dasselbe gilt auch für deren Besitzer“ sagt die Mama immer und lacht dabei immer so witzig. Ich lerne keine Verkehrsregeln, weil ich fahre ja Rad.

Ich lerne, dass Graffitis etwas Böses sind, Kritzeleien auf der Straße die wir bei Straßenfesten auf den Boden schmieren und monatelang trotz starken Regens nicht weggewaschen werden die sind aber ok.

Mein Papa sagt immer „weg mit den Autos aus der Stadt, aber warten wir noch ein bisserl bis die Autofahrer unsere Radwege und neuen breiten Gehsteige finanziert haben“….ich soll´s nicht weitersagen – mahnt er mich!

Selten kommen mich Freunde besuchen, denn viele essen gerne Fastfood – und „so was kommt uns nicht ins Haus“ sagt die Mama, „die haben einen schlechten Einfluss auf dich!“ Ihr könnte euch jetzt vorstellen warum mich alle Veggie rufen…

Der neue Biomarkt ums Eck, der dort jeden Samstag für ein paar Stunden aufgebaut wird wo sonst nur die Autos stehen, der ist das einzige Wahre. „Der könnte ruhig täglich offen haben“, sagt sie, „vor allem weil dann keine Autos dort parken können“… die Radln aber schon, denke ich! Gut, für die die 5 Standln die Gasse zu sperren in der auf dem einen Eck ein Billa, auf dem anderen ein Spar ist wirkt ein bisserl übertrieben, aber darum geht es glaub ich nicht wirklich! Papa hat gemeint –„ Hauptsache wieder ein Grund die Autofahrer zu ärgern.“… soll ich auch nicht weitersagen – mahnt er mich erneut. Dafür haben wir dann dort alle viel Platz zum Spielen. Voll super ist ja, dass ein Möbelgeschäft in der Straße ein paar Liegen hinstellt damit man dort ausruhen kann. Damit sieht die restliche Straße auch nicht mehr so leer aus. Eigentlich hätten gar nicht alle Autos wegfahren müssen, denke ich mir. So schön wäre an dem Tag ein Ausflug in den Wienerwald gewesen, aber meine Eltern können sich kein Auto leisten und mit den Öffis ist es ihnen zu anstrengend. Papa sagt immer „wir holen das Grün zu uns und wem´s nicht passt der kann ja wo anders hinziehen!“ Genau, das hab ich meinen Freunden auch gesagt – da fallt mir gerade auf, die spielen in letzter Zeit lieber ohne mich.

Immer wenn ich Leute auf der Straße oder im Haus in dem wir wohnen treffe die ich kenne, schauen die immer so verwundert. Soll ich die etwa grüßen, die haben doch alle ein Auto!? Auch die alte Dame die vollgepackt vom Einkaufen kommt schaut immer so verärgert wenn ich ihr die Türe nicht aufhalte. Letztes Mal besonders böse weil ich die Tür ins Schloss fallen lassen hab und sie dann mit den vielen Einkaufssackerln den Schlüssel herauskramen musste. Ich verstehe das nicht. Und der eine Herr, der mir die Tür aufgehalten hat als ich mit meinem Scooter rausgebraust bin hat mir noch nachgerufen „Vielen Dank für´s Türe aufhalten und auch einen schönen guten Morgen!“ Komisch der alte Mann, er hat mir doch die Türe aufgehalten und wer hat etwas von schönen guten Morgen gesagt?

Letztes Mal hat ein Nachbar zu mir gesagt „da haben deine Eltern wohl etwas bei der Erziehung vergessen“. Wie meint er das, ich weiß doch alles was für mein weiteres Leben wichtig ist – oder?

4 thoughts on “Eine kleine, fast wahre Geschichte!

  1. Servus Erwin,

    mich macht überhaupt nichts zum begeisterten Autofahrer – ich nutze mein Fahrzeug ausschließlich wenn es nicht anderes geht. D.h. für größere Transporte, Urlaubsfahrten, Fahrten in den Zweitwohnsitz, u.ä.

    Vielleicht nur als Verdeutlichung: mein KFZ ist jetzt 10 Jahre alt und hat 40.000 km am Zähler – mehr als 2 Drittel sind Fahrten außerhalb Wiens! Mehr brauche ich glaube ich nicht sagen!

    Was mich stört, und ich nehme an so etwas würde dich auch stören wenn es vielleicht um andere Dinge geht, ist die Bevormundung durch Frau Vassilakou und ihrer Partei, die uns mehr oder weniger vorschreiben, dass wir kein KFZ besitzen dürfen! Um das durchzusetzen werden Autofahrer entsprechend genötigt in dem ihnen das Leben schwergemacht wird. Nicht nur durch die Verkehrsplanung, sondern auch durch das Darstellen der Autobesitzer als Buh-Männer und Frauen der Nation!

    Ich habe nichts gegen eine Verkehrsberuhigung die vernünftig geplant ist, ich habe nichts gegen mehr Grün in der Stadt – wenn parallel dazu Abstellplätze usw. geschaffen werden.
    Die Wiener sind mittlerweile so vernünftig ihr Auto dann zu benutzen wann es Sinn macht.
    BG
    Andreas

     
  2. Was ich an Autos gut finde: also meines bringt mich überall hin. wann ich will, mit wem ich will und über jene Wege die ich selbst wähle. es sieht ziemlich gut aus und glitzert recht hübsch, es ich ein Genuss mit offenem Schiebedach damit über geschwungene Landstrassen zu fahren. Ja, es macht mir Spaß. Diese Symbiose aus Technik, Design und Klang. Zudem ist es ja auch noch praktisch . Siehe erster Satz.

    Darüber hinaus isst in meinem Auto keiner Käsleberkässemmeln, es hat meistens 22 Grad und aus den Lautsprecher tönt ausschließlich die Musik die mir behagt.

    Ja es ist teuer, die Steuern, der Sprit…uff! Aber das kommt ja auch der Allgemeinheit zu Gute nicht wahr. Ich mag mein Auto, seit über 10 Jahren begleitet es mich und bringt mich und meine Liebsten an die schönsten Orte. Diese liegen übrigens und erstaunlicher Weise meistens ausserhalb von Bobohausen…

     

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